Patiententestament

Patientenverfügung – Vorsorgevollmacht – Sterbehilfe – Neue Ethik

Einführung

Dem Thema “Hospize” und insbesondere der “Deutschen Hospiz Stiftung” unter der Schirmherrschaft von Uschi Glas stand ich bisher sehr skeptisch gegenüber:

Gerade Uschi Glas tritt immer wieder im Namen der Deutschen Hospiz Stiftung als vehemente Gegnerin der aktiven Sterbehilfe auf.
Nun leben Hospize davon, dass sie Menschen in den Tod begleiten – eine Legalisierung der aktiven Sterbehilfe würde für die Hospize vermutlich wirtschaftlichen Nachteil bedeuten.
Die Argumentation der Vertreter von Hospizen scheint daher oft von wirtschaftlichen Erwägungen geprägt, was sie eher unglaubwürdig in meinen Augen macht.
Dazu kommt noch, dass man sich auf so genannte christliche Werte und die angebliche Meinung der Mehrheit der deutschen Bevölkerung stützt.
Letzteres stimmt sicherlich nicht, was anhand der regen Diskussion über die aktive Sterbehilfe in der jüngsten Vergangenheit nachvollzogen werden kann.

Meine Kritik betrifft aber nur das Auftreten der Vertreter deutscher Hospize und ihre Politik.
Dass in Hospizen gute, wichtige Arbeit und Sorge am Patienten geleistet wird steht außer Frage. Gerade die seelische Begleitung Sterbender, deren Pflege und Betreuung sowie die moderne Palliativmedizin sind nicht wegzudenkende Leistungen zur Sicherung der Würde des Menschen auch am Ende seines Lebens.
Hospize tragen sehr viel dazu bei, dass der Tod wieder zu einem natürlichen Thema unserer Gesellschaft wird und kein Tabu bleibt. Sie machen es Patienten und Angehörigen leichter, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen und ihn aktiv zu erleben.

Aber auch den Betreibern und Mitarbeitern von Hospizen sollte klar sein, dass nicht wenige Menschen gerade diesen langen, wenn auch möglichst schmerzfreien, Weg des Sterbens sich nicht vorstellen können und ihn ablehnen. Auch denjenigen, die dies ablehnen und sich einen schnellen und selbst bestimmten Tod wünschen, muss und sollte Toleranz entgegengebracht werden.
Aufgrund von Erfahrungsberichten und eingehender Beschäftigung mit diesem Thema habe ich gelernt, dass Hospize eine gute Alternative zum schnellen, selbst bestimmten Sterben und erst recht zum Sterben in einem “normalen” Krankenhaus sind.
Im Übrigen kann man natürlich auch in einer Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht festhalten, dass man die Unterbringung in einem Hospiz wünscht.

Michael C. Neubert

Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 22. Januar 2008 um 00:03 und abgelegt unter Aktuelles. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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